Nachrüst-Check: Passt das FJD AT2 / AT2 Max auf Deinen Schlepper und erfüllst Du die Voraussetzungen?

Nachrüst-Check: Passt das FJD AT2 / AT2 Max auf Deinen Schlepper und erfüllst Du die Voraussetzungen?

Alexander Teepe |

Das FJD AT2 ist ein beliebter Allrounder für Bestandsmaschinen. Mit diesem Check klärst Du in 5 Minuten, ob die Hardware zu Deiner Maschine passt. 

1. Lenksäule: Freiraum und Verzahnung 

Da der Lenkradmotor direkt unter dem Lenkrad sitzt, sind zwei Faktoren entscheidend: 

  • Lenkrad-Freiraum prüfen: Als Faustregel gilt: Zwischen der Unterseite des Serienlenkrads und dem Armaturenbrett sollten mindestens 55 mm Freiraum sein, sonst hat der AT2-Motorblock nicht genügend Platz. 

  • Verzahnung prüfen: Serien-Lenkrad abnehmen (Abdeckung lösen, Mutter lösen). Verzahnung nachmessen: Außendurchmesser + Zähne zählen (z. B. 36 Zähne / Ø 17 mm). Die mitgelieferten Adapter passen für folgende Verzahnungen: 

    • Ø 17 mm / 36 Zähne

    • Ø 19 mm / 36 Zähne

    • Ø 20,6 mm / 36 Zähne

    • Ø 25 mm / 32 Zähne

    • Ø 25 mm / 36 Zähne

    • Ø 25,4 mm / 36 Zähne

2. Vorderachse: Platz für den Lenkwinkelsensor

            • Der Lenkwinkelsensor (ca. 12 x 6 cm) meldet dem System den exakten Einschlag der Räder. Er wird über ein Gestänge mit dem Achsschenkel verbunden. 
            • Check: Prüfe, ob Du an der Vorderachse eine stabile Stelle findest, um den Sensor und das Gestänge so zu montieren, dass sie beim vollen Einlenken oder Auspendeln der Achse nicht kollidieren. 

            3. Kabine und Bordnetz 

            Das System benötigt Energie und Platz für die Bedienung: 

            • Bordnetz: Ist eine 12 V / 24 V-Steckdose frei, die mit mindestens 10 A abgesichert ist? 

            • Terminal: Das 10,1-Zoll-Display muss stabil im Sichtfeld (z. B. B-Säule) Platz finden. 

            • Kabelführung: Ist eine Durchführung in die Kabine (Ø 20 mm) für die Kabel von Dach und Achse vorhanden oder machbar? 

            4. Dachmontage und Korrektursignal (RTK) 

            Für die präzise Arbeit braucht der GNSS-Empfänger freie Sicht: 

            • Kabinendach: Du benötigst eine ca. 30 x 30 cm große, flache Fläche für den Empfänger. Da der Neigungsausgleich (IMU) hier integriert ist, muss die Montage absolut wackelfrei erfolgen. 

            • RTK-Signal: Für die angestrebten 2,5 cm Genauigkeit ist ein Korrektursignal nötig. Prüfe, ob Du auf Deinen Schlägen stabilen Mobilfunkempfang für NTRIP (SIM-Karte) hast oder eine RTK-Basisstation nutzt. 

            5. Hydraulik-Bedarf und "Steer Ready" 

            Bevor Du den Lenkradmotor installierst, kläre die technischen Gegebenheiten Deiner Hydraulik: 

            • Mechanik-Check: Hast Du eine extrem schwergängige Lenkung? Dann ist evtl. ein Hydraulik-Kit statt des Radmotors die bessere Wahl. 

            • Werkseitige Vorrüstung: Ist der Traktor ab Werk bereits "Steer Ready" (mit Lenkwinkelsensor und elektrohydraulischem Steuerventil ausgestattet)? Falls ja, brauchst Du nicht das AT2, sondern das FJD AS2-Kit. Dieses nutzt die vorhandene Hydraulik, arbeitet noch präziser und kommt ohne Lenkradmotor aus. 

            Fazit für die Praxis: 

            Das FJD AT2 ist ein echter Allrounder, der auf überraschend viele Young- und Oldtimer passt. Wenn der Spline (Verzahnung) und der Freiraum unter dem Lenkrad stimmen, ist die größte Hürde genommen. Wer jedoch ein modernes "Steer Ready"-Fahrzeug auf dem Hof hat, verschenkt mit dem AT2 Potenzial – hier ist die Integration über die Hydraulik (AS2) die sauberere und professionellere Lösung. 

            Autor: Alexander Teepe

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